erschienen bei Herder
(Rezensionsexemplar, also Werbung)
Verteidigen wir uns? Wer verteidigt uns?
Es ist einfach gegen etwas zu sein, denn man muss dies (fast) nicht rechtfertigen. „Ich mag das nicht“, „Kommt für mich nicht in Frage“ oder „Ich bin grundsätzlich dagegen” beenden schnell alle Diskussionen, ja, lassen sie einfach nicht zu. Wie schwer ist es dann öffentlich für etwas zu sein, was vom Grundsatz immer in die Diskussion geht, denn es geht im wahrsten Sinne des Wortes um Leben und Tod. Es geht darum, wie wir weiter in Frieden leben können und Krieg vermeiden. Wir, der wir in der – mit Abstand – längsten Friedensphase Europas leben und uns die umfänglichen Konsequenzen von Krieg, Terror, Vernichtung, Zerstörung, höchste Verluste materieller und menschlicher Art und absolute Unfreiheit nicht mehr vorstellen können.
Aber nach über 80 Jahren Frieden und großem Wohlstand, gibt es wieder eine spürbare Kriegsgefahr. Verteidigen wir uns? Wer verteidigt uns? Es ist mutig dann zu sagen: Ich bin für eine Armee und ich werde dort auch dienen.
David Mateis Anliegen klingt ehrlich. Er wirkt authentisch und er ist engagiert. Engagiert für unser Land. Daher sollten wir ihm zuhören, egal welche eigenen Auffassungen wir erst einmal haben. Wer bereit ist unser aller Freiheit zu verteidigen, hat unser aller Aufmerksamkeit verdient.
Ein absolut aktuelles Buch. Ein Buch mit Haltung, was zu Diskussion und zum Zuhören auffordert. Gerade daher tut es der Diskussion so gut.
Freiheit
Die Fragen: Ist dieses Deutschland wirklich wert verteidigt zu werden? Was können die Gründe dafür sein? Stehen für Matei und seinem Mitautor Simon Biallowons im Mittelpunkt seines Buches. Und er setzt dem klar eine Antwort entgegen. Diese heißt Freiheit. Die Freiheit, die unser Staat allen Bürgern und Bürgerinnen gibt. Diese lohnt es zu verteidigen. Und aus dieser Freiheit ergibt sich in ihm eine tiefe Dankbarkeit, dass er als Sohn eines ehemaligen Flüchtlings in diesem demokratischen Staat leben kann. Und dass auch seine Familie her leben kann und diese Freiheit erleben darf.
David Matei argumentiert mit seiner Geschichte, die doch in vielem vielen Geschichten der deutschen Bevölkerung gleicht. Beginnend mit einem Jungen, der überhaupt nicht zur Bundeswehr wollte, keinen Berührungspunkt dazu hatte und den mehr das Geld dorthin brachte, als wirklich eine klare Haltung. Es folgt eine fordernde Ausbildung bei den Gebirgsjägern und schon während der Grundausbildung die Einsicht, dass es hier egal ist wo du her kommst. Dein Charakter, dein Einsatz für die Anderen zählt, was sich dann im Begriff Kameraden ausdrückt.
Durch die Zusammenarbeit mit dem Philosophen Simon Biallowons hat das Buch noch einmal eine besondere Tiefe erhalten, da dieser Mateis Sicht oft merklich zu verschiedenen philosophischen Gedanken einordnet oder durch Zitate besonders unterstreicht. Dies alles hilft seinen Statements, macht die tiefe seiner Überzeugungen, seiner Einstellung deutlich.
Für alle die ins Gespräch kommen wollen
Es geht in diesem Buch nicht um eine Werbung für die Bundeswehr, sondern darum eine Haltung für unser Land, für unsere Demokratie und für die Freiheit in der wir leben darzustellen. Bei all dem idealisiert Matei nicht die Zustände des Landes, sieht dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht. Aber beim Blick über den Tellerrand unseres Landes wird doch deutlich, dass wir viel besitzen (soziale Sicherung, Krankenversicherung, Wohlstand, Grundversorgung, etc.) was dieses Land gerechter und freier macht.
Matei macht auch deutlich, dass Soldaten, die Soldatinnen bei der Bundeswehr keine dumpfen Befehlsempfänger sind, die eventuell auch amoralische Befehle befolgen würde. „Deutschland ist es wert“ ist ein fabelhaftes Buch, sowohl für Familien oder Jugendliche zur Diskussion untereinander. Für alle die ins Gespräch kommen wollen, mehr verstehen wollen – die sich der unausweichlichen Diskussion stellen wollen, wer wir als Land zukünftig in der Mitte Europas sein wollen.