Ein irischer Dorfpolizist | Graham Norton

Unsere Köpfe sind voller Klischees und Stereotypen, sobald wir nur den Namen eines Landes hören. Irland! Grüne Wiesen, ländliche Reinheit und Schönheit, eigenbrötlerische Nerds – zeitweise ein wenig Kriegszustand. Wird in Büchern damit zu viel gespielt, hat es etwas von Kitsch, fataler Nostalgie und/oder purer Trivialität. Existieren sie gar nicht in Büchern, sind wir zeitweise etwas orientierungslos und verwundert. Graham Norton schafft es in „Ein irischer Dorfpolizist“ genau das richtige Maß zu finden. Und wer zudem die Kulissen Irlands als wunderschönes Urlaubsland liebt, wird hier ein wenig Urlaub machen können.

Die Toten Mädchen vom Monte Argento | Emanuela Valentini

Ein neuer Krimi hat mich gefesselt! Und das sehr schnell – nach einigen Seiten und so auch bis zur letzten Seite! Zur Story: Sara kommt als Erwachsene zurück an den Ort ihrer Kindheit, genauer: Ihrer Sommerferien. Doch alles ist nun für sie schlecht besetzt – kein Gefühl der Geborgenheit, der schönen Erinnerungen, denn über dem Anlass der ungewollten Rückkehr liegt ein Schatten des Schecken, der Angst und der Ungewissheit. Claudia wird beerdigt – Claudia die einst verschwand und deren Kinderschädel nun bei Bauarbeiten gefunden wurde. 

“Verbergen, Verschweigen, Verdrängen” prägt die Grundstimmung in Borgo Cardo. Sara verlässt den Ort bereits wieder am selben Tag – aber all das lässt sie nicht los: Die Tote, die zerbrochenen Menschen, die gekünstelten Menschen. Was ist passiert damals und was machte es aus den Kindern, mit denen sie aufwuchs?

Die dunkle Spur des Blutes | Stuart MacBride

Lese ich schottische Thriller und Krimis, so wächst in mir sofort das Gefühl von Ferien, Urlaub – gute Zeit, auch wenn die grausamsten Dinge geschehen. “Die dunkle Spur des Blutes” ist der zwölfte Fall für Inspector Logan McRae, doch für mich sein erster! Und trotzdem: Es war ein guter Einstieg. Zwar überrascht die Bandbreite einer feinen bis derben Sprache, oft schnörkellos, aber sie macht den Inspector in ihrer Direktheit sehr lebendig. Er ist halt sehr klar und voller Ironie und Sarkasmus: “Sobald die Medien davon Wind bekommen, wird es sein, als ob man ein verletztes Ferkel in eine Badewanne voller Piranhas schmeißt”. Das alles macht ihn zu einem wirklichen Schotten und oft auch einem kleiner Chauvi – eine gewisse politische Inkorrektness schwingt oft bei ihm mit.

1979 – Jäger und Gejagte | Val McDermid

Einmal Zeitreise bitte!
Ziel? Äh, 1979! 
Und schon haben wir unsere Reise in die Zeit ganz knapp vor der Thatcher-Ära – Winter 78/79! In die Zeit von David Bowie und Burt Reynolds! Ein harter Winter. Ich war zwar nicht dort – in Edinburgh (ich war als Kind in London 1979) – aber es fühlt sich so an. Die Typen vor meinem geistigen Auge sehen so aus, wie einst. Val McDermids Zeitreise funktioniert – fühlt sich real an – voller orange-braunem Design, Nebel und “Die Profis” …. Nichts reißt einen mehr aus solch einem Film als ein kleiner Anachronismus. Denn ich gebe zu: Darauf reagiere ich zutiefst allergisch – so etwas würde die gesamte Illusion einstürzen lassen. Doch das geschieht hier nicht! Vielmehr erleben wir ein literarisches Mosaik aus Bildern, Typen, Moden und Themen, das das Bild von 1979 zusammensetzt. 

Kalt Und Still | Viveca Sten

Hannah Ahrlander ist am Tiefpunkt ihres Lebens: Sie ist kurz davor ihren Job zu verlieren, da man ihr bei der Stockholmer Citypolizei Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit,  Eigensinn und mangelnde Disziplin vorwirft. Gleichzeitig geht ihre Beziehung in die Brüche und sie verliert ihre Wohnung – ihr Zuhause! Das verschlägt sie ins ländliche Åre, uns bekannt von der Ski-WM 2019.
In Åre wohnen auch Amanda und Ebbe.

Erdenkinder | Günter Neuwirth

Kein außerreligiöser Glaubenskampf ist zurzeit wohl so unerbittlich, wie der Kampf in der Frage der zukünftigen Energieversorgung. Denn hier geht es nicht nur ums eigentliche Thema – nein, Geld, Einfluss, Macht und letztlich die Frage der menschlichen Existenz hier auf der Erde bringen die Kontrahenten zum Kochen, fördern Wut und Unverständnis bis hin zum Terror! Da stehen auf der einen Seiten die Kohlestromanhänger und auf der anderen Seite der ideologischen Front die ökologisch ausgerichteten Anhänger von alternativen Energien. Oft ist diese Frage dann die Entscheidung der Lifestyle-Ausrichtung des Einzelnen. Und genau in diese explosive Stimmung hinein setzt Günter Neuwirth seinen Kriminalroman „Erdenkinder“. Wer tötet warum? Aus Gründen der Weltanschauung – des Idealismus? Oder ganz trivial aus Neid und Habgier. Verdächtig sind beide Seiten! Und noch mehr!

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