Erschienen bei Rowohlt
(Rezensionsexemplar, also Werbung)
Sommer!
Deinen Koffer für den Urlaub am Mittelmehr schon gepackt? Wenn es nach Kroatien geht, passt bestimmt noch ein Buch mit hinein. Ich selbst war vor langer, langer Zeit in Istrien und wurde nun wieder in die wunderbare, sommerliche Landschaft zurückkatapultiert. Mit ihrem zweiten Krimi rund um die Commissaria Iva Markulin „Der kalte Sog des Meeres“ hat Autorin Ines Calic es wieder einmal geschafft, etwas mehr als den „normalen“ Urlaubskrimi zur Unterhaltung an langen Strandtagen oder Urlaubsabenden zu kreieren. Calic Werk ist mehr ein ausgefeilter Krimi rund um mafiöse Strukturen, Korruption und Machtmissbrauch. Wer „nur“ einen durchschnittlichen Urlaubskrimi erwarten hat, wird hier mit einer ausgefeilten Geschichte und sehr typischen kroatischen Charakteren belohnt. Das macht Spaß, hat Atmosphäre und – falls jemand dies, wie ich, in Deutschland liest – bringt ein wenig Sonne, Strand und Meer auch in unsere Gefilde.
Dunkle Schatten der Vergangenheit
Istrien, mit seiner wunderbaren Landschaft, schönen Klippen und Stränden, aber auch seine vielen, noch erhaltenen, architektonisch antiken Wurzeln, bilden den angenehmen Rahmen für einen wahren Urlaubskrimi.
Das mediterrane Gut „Terra Rossa“, mit dem herrschaftlichen Haus von Nikola Pavić, dem Großvater von Iva Markulin, die dort mit Sohn Matei, Köchin Marta, die eine Cousine einer Cousine ist und deren Tochter Liljana lebt, wirkt wie eine eindrucksvolle Kulisse für das Leben einer aristokratischen Großfamilie. Aber in Kroatien gibt es dunkle Schatten der Vergangenheit, sei es aus der Zeit der Nazi-Kollaborateure oder der Herrschaft Titos. Es scheint dann kein Zufall zu sein, als gleichzeitig die Behörde zur Bekämpfung von Korruption sich heimlich an Iva wendet und sie plötzlich den Mord am Unternehmer Jakov Tadić klären soll. Wobei ihr Vater, der tief verwurzelt in die Gesellschaft Istriens ist, ihr direkt erklärt, dass die Tadić alle Verbrecher seien.
Kennerin
Ines Calic kennt die Kultur Istriens sehr gut. Ihr Buch liest sich zeitweise wie ein informativer Reiseführer, der uns Land und Leute näher bringt. Eine unterhaltsame Mischung aus Spannung und einer Prise Bildung, wenn wir zum Beispiel so kleine Aspekte lernen, wie dass italienisch die zweite Amtssprache dort ist, es immer noch einen tiefen Katholizismus im Volk gibt oder was Istrianer Bracken sind (wer es nicht kennt, möge einfach googeln oder direkt das Buch lesen).
Um diesen Band lesen zu können, muss man nicht den ersten Band gelesen haben. Geschickt verpackt die Autorin die wichtigsten Informationen aus Band 1 mit in den Rahmen der ersten Kapitel.
Also – viel Spaß und Spannung im sonnigen Istrien.