Dies ist bei weitem kein alltägliches Buch. Wir wissen definitiv bereits vor der ersten Zeile: Das ist kein normales Sachbuch. Unsere Erzählerin wird ihren Einsatz in der Ukraine nicht überleben – sie wird sterben. Da es aber ein Sachbuch ist, wissen wir auch: Dies ist keine Fiktion. Es sind die Darstellungen der Realität von Savita Diana Wagner, die ausgezogen war, das in die Tat umzusetzen, was viele Politiker Europas propagieren, nämlich die Demokratien Europas in der Ukraine zu verteidigen. Und somit wird uns – bezogen auf dieses Buch – deutlich: Dies wird keine leichte Lektüre. Aber eines möge vorweg gesagt sein: Es wird eine sehr eindrucksvolle Lektüre, denn es ist bei weitem nicht vergleichbar mit den Nachrichten, aus dem mittleiweile seit über vier Jahren gequälten Land, das unter dem Angriffskrieg Russlands so sehr leidet. Mit Nachrichten, die vielleicht aufgrund des Täglichen, mittlerweile fast emotionslos an uns vorbeigleiten. Wir erleben hautnah, was Krieg in den 20er Jahren des 21. Jahrhunderts bedeutet, welche Folgen er für die Menschen dort hat und wie der Krieg (wenn er einmal begonnen hat) alles im Leben beherrscht. Und: Es gibt keine natürliche Gerechtigkeit. Krieg kennt keine Gerechtigkeit, er ist Brutalität, Zerstörung, unerbittlich, fordert alles von uns ab. Er hat hunderte Gesichter und kennt vor allem kein Happy End.
All das geht tief unter die Haut. Savita Wagners Buch ist ein Manifest, ist wie ein Testament, ein besonderes Erbe, eine wertvolle Hinterlassenschaft. All dies macht es mehrfach kostbar und zu einem ganz anderen Leseerlebnis.