Als am 22.02.2022 Russland die Ukraine überfiel war Europa geschockt. Nur wenige haben es zu diesem Zeitpunkt für möglich gehalten, dass es in unserer Zeit in Europa wieder Kriege um Territorialansprüche geben könnte. Nachdem wir in den ersten Tagen wohl davon ausgingen, dass dieser Krieg – durch die Ungleichverteilung der Kräfte – schnell zum Nachteil der Ukraine ausgehen würde, erleben wir nun bis heute, wie das ukrainische Volk seine Souveränität verteidigt. Und dies täglich, seit nunmehr über viereinhalb Jahren. Aber wie jeder Krieg – auch wenn er, wie dieser so nahe „vor unserer Haustüre“ stattfindet – verschwindet das Tägliche aus unseren Nachrichten, aus unseren Gedanken. Wir sind nicht mehr geschockt, sondern nehmen nur noch zur Kenntnis. Martin Kreuels hat dies zum Anlass genommen, uns von diesem Krieg, vor allem aus dem Blickwinkel durch die Augen derer zu erzählen, die ihn am meisten ertragen müssen, die ihn aber am wenigstens zu verantworten haben und denen aber einer der wichtigsten Teile ihres Lebens genommen wird. Sein Buch ist der Blick auf den Krieg durch die Augen eines ukrainischen Kindes.
Kreuels schreibt auf besondere Art, der man sich nicht entziehen kann, nämlich emphatisch, mitfühlend und mitnehmend. Sein Werk ist engagiert. Ein Appell für den Frieden und dafür, die Auswirkungen eines Krieges auf die schwächsten Mitglieder einer Gesellschaft nicht zu vergessen, auf die, die kein Mitspracherecht haben.