Vielleicht haben viele Menschen in unserer heutigen Zeit die Hoffnung und Sehnsucht nach dem überschaubaren Miteinander, nach einem Leben im dörflich geschlossenen Milieu, wo noch jeder jeden und jede kennt, man zusammen aufgewachsen ist und sich gegenseitig ein Leben lang begleitet. Was für einige nach Langeweile klingt, bringt anderen Sicherheit. Das kann eng sein, aber auch auf charmante und positive Art familiär. Für die, die dies mögen, ist „Mirabellen Tage“ bestimmt ein sehr angenehmes und beruhigendes Buch. Es ist grundsätzlich ein sehr ruhiges, unaufdringliches und unaufgeregtes Buch, auch wenn der Auftakt seiner Handlung im Tode einer geliebten und geschätzten Person und der daraus entstehenden Nostalgie nach den vergangenen Zeiten liegt.
Autorin Martina Bogdahn zeigt oftmals einen zarten und trotzdem direkten Erzählstil, der manchmal schon leise, flüsternd daherkommt. Die Welt ist sehr, sehr cosy und wie im perfektem Landhausstil. Hier gibt es keine Kratzer im Lack, keine Widersprüche. Sommerlich leuchtende und dörflich klischeeartige Bilder und Personen entwickeln sich vor unseren Augen. Vieles wirkt sehr süßlich.