Eine überwundene Diktatur ist für ein Volk wie ein kollektives Trauma, denn sie ist wie ein Sammelbecken der persönlichen Traumata der einzelnen Menschen aus diesen Zeiten. Schrecken, Angst, Mord, Folter und Totschlag geschehen und nur sehr wenig wird aufgeklärt, da nicht alle Informationen zugänglich sind. Vieles geschieht quasi hinter unsichtbaren Vorhängen. Nachfrage kann gefährlich sein. Alles liegt in diesem großen Dunkel, ein klarer Blick auf die Geschehnisse dieser Jahre ist unmöglich. Aber diese Schicksale, die hinter diesen Vorhängen liegen, lassen die Menschen nicht los, verfolgen sie ihr ganzes Leben, treiben sie an, um die ungelösten Ereignisse aufzuklären.
Pedro Pérez-Iruela hat mit „Das unsichtbare Abkommen“ einen fabelhaften historischen Politthriller in die 30er Jahre der Franco-Diktatur in Spanien gesetzt. Ein Land, das nach dem Bürgerkrieg unter dem Druck der kriegerischen Erwartungshaltungen der anderen faschistischen Regime in Deutschland und Italien steht und zutiefst beäugt wird, von den einflussreichen Demokratien, wie zum Beispiel dem britischen Staat. Ein Land, gezeichnet durch die Leiden dieser Zeit, in einer bedrückenden Atmosphäre des Wechsels und der sich immer weiter ausbreitenden Unfreiheit. Ein Land in Angst.