Eigentlich beginnt in diesem literarischen Genre alles mit der großen Arthus-Saga, verfasst im Hochmittelalter. Mit ihren vielen Erzählungen, Erweiterungen und endlosen Versionen, die die Leser ihrer Zeit in den Bann zieht und bis heute nicht loslässt, unserer Fantasie immer wieder großen Raum gibt. Und wer liebt nicht die großen Abenteuerromane von Ivanhoe oder in Comicform den edlen Prinz Eisenherz. Die Motive sind gleich, die Ideale, wie die der Ritterlichkeit, Gerechtigkeit, Freundschaft, Verlässlichkeit, dem Heldenmut oder der Ehre sind zeitlos und nach wie vor, bei den Herrschenden unerreicht. Michael Römling greift diese in seinem mitnehmenden Werk „Berenger – ich bin Barbarossas Klinge“ in sehr moderner Art auf. Wir sind hier nicht auf den britischen Inseln. Aber er macht Kaiser Friedrich Barbarossa zu einer Art Richard Löwenherz des römisch-deutschen Reichs. Die Zeit passt. Und überhaupt passt hier sehr viel zusammen. Römlings historischer Roman versteht sich als Abenteuerroman. Und dies ist er durch und durch. Als Leser wird man all abendlich in eine ferne Zeit gezogen, darf bei Schoten und Schlachten dabei sein. Römling stellt uns dabei kein blutgetränktes, brutales, dunkles, dreckiges Mittelalter dar. Nein! Ganz in der Art der klassischen Rittergeschichten geht es hier, wie dort, um die Normen und Werte, die eigentlich über den Egoismen der Politik bei den Herrschenden stehen sollen. Und bei aller Spannung hat man dann zeitweise das Gefühl, dass seine Aussagen sehr im Hier und Jetzt sind, da sie zeitlos sind.