Wie schön ein Buch zu lesen, das sich zwar im großen Markt der Regionalkrimis findet, jedoch nicht durchzogen ist mit allem, was uns als Klischees so dazu einfällt. Man gewinnt das Gefühl, dass Autorin Maria Höfle wirklich die Story, der Krimi, wichtiger war und weniger (so wie bei anderen Kriminalromanen dieses Genres) die touristische Vermarktung einer bestimmten Gegend. Zwar sind wir deutlich in Kufstein und somit im wunderbaren Tirol und Höfle nutzt gezielt Plätze oder z.B. Lokale, aber der Schwerpunkt beginnt bei ihr erst einmal bei ihren Figuren. Ihr erscheint es wichtig, diese plastisch, mehrdimensional zu konstruieren und somit den Grundstein für einen soliden Krimi zu legen, der uns Stück für Stück durchs Buch zieht. Dies ist also keine reine Umarmung des Klischees. Das macht das Buch zu einem interessanten Kriminalroman. Es geht wirklich um den Fall und der ist gut konstruiert.
Ermittlerin Dorothea Keusch ist ein wenig die junge Form einer Jane Marple, die mit dem nötigen Dickkopf, auch bei Gegenwind, auf ihrem Weg bleibt, ihrem Instinkt mehr glaubt als den Menschen ihrer Umgebung und auch nicht davor zurückschreckt, gegen Autoritäten aufzubegehren (und zu ermitteln). Es geht darum der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen. Grundlagen einer schönen Krimiunterhaltung.