erschienen bei Hoffmann und Campe
(Rezensionsexemplar, also Werbung)
Es brilliert das Unerwartete
Eins ist dir garantiert, wenn du dieses Buch gelesen hast: Du wirst deinen Postboten, du wirst jeden Lieferanten eines Paketdienstes mit vollkommen neuen Augen sehen. Die Welt ist nicht mehr wie zuvor. Rechne mit Fähigkeiten, die du ihm oder ihr zuvor niemals zugetraut hättest. „The Mailman“ ist ein Buch über die sonst so unauffälligen Dienstleister in unserer Welt, die wir mehr als Statisten in unserem Leben wahrnehmen. Aber wer weiß schon, was hinter diesem Statisten steckt?
Andrew Welsh Huggins hat einen Thriller geschrieben, der ab seinem Auftakt, immer schnell bleibt und uns wenig Zeit gibt, die Situationen zu reflektieren. Wir werden – wie seine Protagonisten Rachel und Glenn – gejagt und schaffen es nicht umsichtig die Welt zu überblicken.
Ich liebe solche Thriller, die wie ein Sprung in den kalten Pool sind, die dir keine Zeit geben irgendetwas zu überlegen. Die mit ihrem Rhythmus – fast unbemerkt – die Geschwindigkeit des Lesens erhöhen und gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf unsere Umgebung fast vollkommen ausschalten. Dann ist es wirklich ein Thriller, der seinen Namen verdient. Und von diesen erscheinen nicht viele in Deutschland. Durch das erschlagene Überangebot mit zeitweise unterirdischem Niveau, ist der Begriff leider viel zu oft zur Mittelmäßigkeit verkommen. Da gilt es die Werke herauszusuchen, die wirklich faszinieren, den Thrill wirklich spüren lassen, denn zu oft erleben wir die immer wiederkehrende „Masche“. Das ist hier anders. Es brilliert das Unerwartete, ohne zu obskur zu werden.
Ein Meister der „kreativen Problemlösung“
Merc Carter ist der Mailman. Seine Mission ist es seine Pakete, egal unter welchen Umständen, auszuliefern. Und an diesem Tag sind die Umstände bei Rachel und Glenn mehr als ungewöhnlich, denn gerade eben hat eine Bande übelster, brutaler Gesetzloser (die scheinbar einen mörderischen Auftrag haben) ihr Haus gestürmt. Warum? Worin liegt deren Ziel und wer weiß mehr darüber? Mitten in diese Situation ändert sich alles! Niemand auf beiden Seiten hat mit Carter gerechnet, der aufgrund seines Lebenslaufs (und seiner vielleicht etwa autistischen Wesenszüge) scheinbar auf nahezu alles vorbereitet ist und Fähigkeiten hat, Umstände aller Art aus dem Weg zu räumen. Ein Meister der „kreativen Problemlösung“, wenn es um die Erfüllung seines Auftrags geht. Aber was soll er eigentlich ausliefern?
Thriller- und Spannungsgenuss
Andrew Welsh Huggins „Mailman“ ist ein großer Spaß, Thriller- und Spannungsgenuss. Mit viel Ironie und sich selbst nicht ganz ernstnehmend, sind bei dieser perfekten Mischung, kurzweilige Stunde garantiert. Immer, wenn einen das sichere Gefühl überkommt, dass man jetzt etwas mehr der seltsamen Geschichte um Merc Carter verstanden hat, kommen neue Aspekte seines Werdegangs oder seiner Fähigkeiten hinzu.