Erschienen im Diogenes Verlag (Rezensionsexemplar, also Werbung) Nie ohne Empathie für seine Protagonisten Wir scheinen…
Kategorie: Roman
Wolken über dem Bett | Martin Kreuels
Erschienen bei BoD ISBN: 978-3-6957-4116-8 (Rezensionsexemplar, also Werbung) Tiefgreifend und mitnehmend Nichts ist im Leben…
Gelb, auch ein schöner Gedanke | Nefeli Kavouras
Mit der letzten Seite dieses Buches habe ich wohl eines der eindrucksvollsten Werke, die ich in diesem Jahr bisher gelesen, abgeschlossen. Ein Buch, das nach seiner letzten Zeile lange nachhallt. Ein Buch, das man verdauen muss, nicht wegen Schrecklichkeiten, sondern wegen der Tiefe seiner Worte und Personen, seiner Atmosphäre, der angesprochenen Emotionen und deren Intensität und Authentizität. Zwischenzeitlich war es immer wichtig, einmal tief Luft zu holen, um seine eigene Lebendigkeit zu spüren.
„Gelb, auch ein schöner Gedanke“ ist ein kleines literarisches Meisterwerk. Nefeli Kavouras´ assoziativer Schreibstil, der so sehr auf den Punkt bringt, wie z.B. ihre Protagonistin Ruth vom langen Sterbeprozess ihres Mannes – von den kleinen und großen Situationen – übernommen ist, macht fast sprachlos, lässt uns mitleiden – trifft uns mit voller Wucht. Wie Ruth selbst, können auch wir nicht aus dieser Situation entfliehen.
Alle ihre Sinne sind – gerade zu Beginn des Buches – permanent vollkommen auf „Habt-Acht“ gestellt. Es strömen zu viele Informationen in den Verstand, der diese nur wenig nach ihrer Wichtigkeit sortieren kann. Das ist ein Körper und Geist im permanentem Stresszustand, in Aussichtslosigkeit, Hilflosigkeit, Verzweiflung. Es ist meisterhaft, wie die Autorin dies erzählerisch umsetzt.
„Gelb, auch ein schöner Gedanke“ ist ein Buch über das Sterben, aber viel mehr über die, die dies begleiten und aushalten müssen.
Zwei in einem Bild | Morgan Pager
Bilder sind gute Zuhörer, denn sie geben dir Zeit, sie reden nicht dazwischen und beobachten dich genau. Wem diese Sicht auf Bilder seltsam verdreht vorkommt, der möge – um den Gedanken besser verstehen zu können – den fabelhaften Roman von Morgan Pager „Zwei in einem Bild“ in die Hand nehmen und einfach zuhören. Und plötzlich verdrehen sich die Perspektiven. Wer schaut eigentlich wen an? Wer wird zum wahren Voyeur? Und wer lernt von wem. Die Perspektive liegt immer im Auge des Betrachters. Pagers zuerst verwirrendes Spiel, wirkt so natürlich in seinen Zeilen, selbst wenn es phantastisch wird. Wir lesen, erleben diese verdrehte Welt ohne, dass ein Zweifel in uns aufkommt. Es wirkt fast schon wie selbstverständlich, dass wir in eine Form „Alice im Wunderland“ der Gemälde hineingleiten.
Ihr Erzähler Jean ist uns sehr schnell sehr nah. Er wirkt fragil, wie Gemälde halt wirken. Und es ist die Ruhe der Gemälde, die sich in allem hier – in Sprache und Geschichte – in uns ausbreitet.
Ob die Grundidee in diesem Roman ganz neu ist oder nicht, mögen andere diskutieren. Sie funktioniert klar. Über die gesamte Länge des Romans, lässt sie keine Längen aufkommen. Sie entwickelt sich, wie natürlich, weiter. Und sie macht „Zwei in einem Bild“ zu einem durchdringend, besonderen erzählerischen Werk. Kunst ist nicht nur mehr Kommunikation, sie wird zum eigenen Wesen, mit eigenem Verstand, eigenen Gefühlen, eigenen Gedanken. Welch wunderbare Vorstellung!
Real Americans | Rachel Khong
Erschienen bei Kiepenheuer und Witsch (Rezensionsexemplar, also Werbung) Tja, was sind „Real Americans“– wahre Amerikaner?…
Der Rache Glanz | Maud Ventura
erschienen bei Hoffmann und Campe (Rezensionsexemplar, also Werbung) Ein möglicher Prototyp moderner Celebrities? „Berühmtheit ist…
Space Boy | Frank Schätzing
Es ist schon ein sehr eigenes Werk, welches Erfolgsautor Frank Schätzing uns hier gegeben hat. Und ich gebe zu, es macht mir meine Aufgabe hier etwas schwerer, denn, was ist „Space Boy“? Selbst der Verlag hat mir kein Genre auf dem Cover mitgegeben, wie wir es ansonsten kennen. In seiner Beschreibung spricht er von einem „Porträt“ über den großen David Bowie und den uns wohlbekannten Autor Frank Schätzing.
Alles erinnert an eine Doppelbiographie, die aber bei weitem nicht den Weg eines klassischen Sachbuchs einschlagen will, sondern eine literarische Aufarbeitung des eigenen Lebenswegs Schätzings und seiner tief empfundenen Verbindung zu David Bowie darstellt. Bowie ist für ihn ein Seelenverwandter, der ihn prägte, ihn auf seine Art begleitete, faszinierte und ihm – auch, wenn man sich nie kennengelernt hat – das Gefühl von gegenseitigem Verständnis entgegenbrachte. Bowie inspirierte ihn mit seinem eigenwilligen und mutigen Weg, seiner eigenen Kreativität zu folgen. Und so ist auch dieses Buch, das eigenwillig ist, auf das man sich einlassen muss und das, trotz biografischer Inhalte über die beiden, sehr wenig mit einer klassischen Biografie zu tun hat. Eigenwillige Charaktere scheinen sich zu potenzieren.
Das Flüstern der Marsch | Katja Keweritsch
„Das Flüstern der Marsch“ ist – sehr, sehr passend zum Titel – ein sanftes Buch, ein leises Buch. Es präsentiert sich unaufdringlich. Ja, an vielen Stellen wirkt es fast zögerlich. Wir möchten mehr erfahren über Hintergründe, möchten mehr verstehen. Doch es erscheint, dass die Protagonisten nicht primär an der Lösung interessiert sind. Sie sind zu sehr verstrickt in ihren persönlichen Leiden, Wegen und Problemen. All diese Personen wirken sehr real. Sehr normale Menschen, ja vor allem Frauen. Sie und ihre Lebensentscheidungen, die Entscheidungen über sich und ihre – gewollten und ungewollten – Kinder, stehen im Mittelpunkt des Werkes. Autorin Katja Keweritsch schaffte eine ruhige, oft fast entspannte Atmosphäre und erzählt doch gleichzeitig eine Geschichte mit vielen Geschichten voller Leid und Dramatik.
Thomas Mann macht Ferien – Ein Sommer am See | Kerstin Holzer
Erschienen bei Kiepenheuer und Witsch (Rezensionsexemplar, also Werbung) Wir schauen zu Nie sind wir wohl…
Die Buddenbrooks – Verfall einer Familie | Thomas Mann
Es erscheint in der großen weiten Welt der Bookblogger, Bücherliebhaber und -freaks so zu sein, dass wir alle nicht nur gerne Bücher lesen, sondern sie auch sammeln. Und zu dieser Sammelleidenschaft gesellt sich – wie automatisch – die Freude über „schöne Bücher“, die ihren literarischen (immateriellen) Wert, auch in Form, Druck, künstlerischer Darbietung, durchdachtem Design, ästhetischen und hochwertigen Material und vielem darüber hinaus, präsentieren. Ein solches exklusives Buch ist nun die Ausgabe zum 125-jährigen Jubiläum des Weltklassikers „Buddenbrooks“ von Thomas Mann.
Heute werde ich nur kurz auf den Inhalt oder den Autor eingehen, denn in der Welt der Buchbegeisterten muss ich wahrscheinlich wenig über den Inhalt des großen dramatischen Romans, noch über seinen Autor Thomas Mann erzählen. Beides ist internationale und (im Speziellen) deutsche Literaturgeschichte und wer es noch nicht kennt, dem rate ich wirklich dringend dies nachzuholen. Auch wenn das Werk in seinem großen Umfang uns fordert, auch wenn die Sprache Thomas Manns uns ebenfalls fordert, es ist nach wie vor eindrucksvoll, was mit und in unserer Sprache möglich ist.
Heute aber soll es, im Jahr des 150. Geburtstags Thomas Mann, vor allem um diese besondere Ausgabe gehen. Sie wird nun zukünftig als ein Highlight in so mancher unserer Bibliotheken – ja, als etwas ganz Besonders in den Zentren der Buchsammler stehen.