erschienen bei Kiepenheuer und Witsch
(Rezensionsexemplar, also Werbung)
Macht Musik oder die Macht der Musik!
Wer könnte sich ein Leben ohne Musik vorstellen? Wäre das Leben dann lebenswert? Wären wir die Personen, die wir jetzt sind? All dies gilt es zu verneinen. Musik gehört zum menschlichen Leben. Sie beeinflusst unsere Stimmungen, Gefühle, Assoziationen, unsere Entwicklungen und so viel mehr. Manchmal bewusst, manchmal unbewusst.
Musikwissenschaftler und Podcaster Markus Hendrik, alias Dr. Pop, beweist dies in seinem äußerst unterhaltsamen und tiefgründigen Werk „Macht Musik“. Sein, zumindest doppeldeutiger, Titel zeigt seine Anliegen, nämlich nicht nur beim Konsumieren zu bleiben, sondern auch die kulturelle, psychologische Kraft, die hinter Musik steckt, bewusst zu erkennen. Wir alle suchen und brauchen den Soundtrack unseres täglichen Lebens. Und darüber hinaus hat vor allem in unserer Zeit, in der Musik ständig verfügbar ist, schon unsere aller Lebenswege beeinflusst. Ein wunderbares Buch über eine, vielleicht unbewusste Macht in unserem Leben.
Ein Buch mit musikalischen Flügeln
Dr. Pop startet mit der interessanten, umfassenden Analyse des Einflusses von Musik auf die kognitive Entwicklung des Kindes – sei es als Bindemittel zwischen den Eltern, der Familie und dem Kind oder zur Verbesserung des Spracherwerbs. Wir erfahren interessante Fakten aus der Psychologie, speziell aus der Entwicklungspsychologie. Deutlich ist sein Plädoyer für die Wichtigkeit des Musikunterrichts in den Schulen, der jedoch zu einem Großteil in Deutschland ausfällt. Musikalische Förderung heißt die Förderung von Kreativität und somit von Intelligenz. Und: „Wer trommelt haut nicht!“ Dr. Pop plädiert dafür, dass jedes Kind Zugang zu einem Instrument erhalten sollte. Musik aktiviert das Gehirn ganzheitlich. Kinder mit Musikunterricht haben bessere Schulnoten! Das Musizieren fördert Aufmerksamkeit, Gedächtnisbildung und Selbstdisziplin.
Weiter geht es durch das menschliche Leben und die Jahrhunderte mit Musik: In die Jugend, mit den wichtigen Aspekten Drogen und Musik, hinein in die ersten Erfahrungen um Erotik und Sex, was schon bei Sappho (im 6. Jahrhundert v. Chr.) über Ovid bis in unsere Zeit intensiv vertretende Themen sind. Die Themen waren immer da – mal versteckter, mal offensichtlicher.
Nicht zu vergessen der Tanz, mit seinen tiefenpsychologischen Wirkungen. Hochzeit, Feiern, Trennung, Mord, Stars und Sternchen, Tod – all dies braucht und hat seinen Soundtrack.
Dr. Pop hat dazu auch eine Online-Playlist erstellt mit bekannten und vollkommen unbekannten Werken durch die Jahrhunderte – aber immer passend zum Anlass. Ein Buch, das so auch musikalische Flügel bekommt und uns dadurch noch einmal ganz anders berührt.
Ein Potpourri spannender Facts
Dr. Pop schreibt kurzweilig, unterhaltsam und mit einem guten Hang zur Ironie. Spaß machen – neben dem endlos schönen Thema – seine witzigen, kreativen Wortspiele (oft mit einem sich nicht Ernst nehmenden Augenzwinkern). Ein amüsanter Wortakrobat. Das Buch ist eine sehr gute Verbindung von wunderbarer, oft auch anekdotenhafter, Unterhaltung und tiefwissenschaftlichen Erkenntnissen. Aktuell und aus den verschiedensten Aspekten der Musik, ohne jemals lehrmeistermäßig zu sein. Ein Potpourri spannender Facts, von Dingen, die man wissen sollte, bis zu interessantem, unnützem Wissen, mit dem man aber bestimmt demnächst im Freundeskreis deutlich Punkten kann.
Ein Buch für jeden der Musik liebt, braucht, hört, sucht, lebt – also für jeden, der Bücher liest!