Eigentlich beginnt in diesem literarischen Genre alles mit der großen Arthus-Saga, verfasst im Hochmittelalter. Mit ihren vielen Erzählungen, Erweiterungen und endlosen Versionen, die die Leser ihrer Zeit in den Bann zieht und bis heute nicht loslässt, unserer Fantasie immer wieder großen Raum gibt. Und wer liebt nicht die großen Abenteuerromane von Ivanhoe oder in Comicform den edlen Prinz Eisenherz. Die Motive sind gleich, die Ideale, wie die der Ritterlichkeit, Gerechtigkeit, Freundschaft, Verlässlichkeit, dem Heldenmut oder der Ehre sind zeitlos und nach wie vor, bei den Herrschenden unerreicht. Michael Römling greift diese in seinem mitnehmenden Werk „Berenger – ich bin Barbarossas Klinge“ in sehr moderner Art auf. Wir sind hier nicht auf den britischen Inseln. Aber er macht Kaiser Friedrich Barbarossa zu einer Art Richard Löwenherz des römisch-deutschen Reichs. Die Zeit passt. Und überhaupt passt hier sehr viel zusammen. Römlings historischer Roman versteht sich als Abenteuerroman. Und dies ist er durch und durch. Als Leser wird man all abendlich in eine ferne Zeit gezogen, darf bei Schoten und Schlachten dabei sein. Römling stellt uns dabei kein blutgetränktes, brutales, dunkles, dreckiges Mittelalter dar. Nein! Ganz in der Art der klassischen Rittergeschichten geht es hier, wie dort, um die Normen und Werte, die eigentlich über den Egoismen der Politik bei den Herrschenden stehen sollen. Und bei aller Spannung hat man dann zeitweise das Gefühl, dass seine Aussagen sehr im Hier und Jetzt sind, da sie zeitlos sind.
Schlagwort: Rowohlt Taschenbuch Verlag
Der Fänger im Roggen | J.D Salinger
Viel ist geschrieben worden über den Fänger im Roggen und wer ist eigentlich dieser Holden Caulfield. Dieser Ich-Erzähler, Teenager, der uns ganz unverblümt sagt, dass er nun mal immer lügt. Und dies zieht er in einer großmäuligen Art durch den gesamten Roman. Und dazu passiert auch nicht viel und es vergeht nicht viel Zeit – nur ein Wochenende. Aber dieser verlogene, großmäulige Teenager hat seinen eigenwilligen (oft arroganten) Blick, entwickelt seine Ansicht, wird unterschätz, schlägt quer und äußert dann plötzlich eine zutiefst dunkle Philosophie. J.D. Salingers Werk ist eine große Fundgrube – auch nach über 70 Jahren. Und dies nicht nur für die Menschen, die sich als gebildet und intellektuell ansehen und somit Klassiker lesen. Nein, auch nach wie vor für junge Menschen, die am Start des Lebens sind. Ein dynamischer Klassiker, der das Kontroverse nicht verloren hat. Auch, wenn die Zeit fern ist – seine Haltung ist generationsübergreifen und wahrscheinlich auch für GenZ eine Fundgrube: „Manchmal benehme ich mich um einiges älter, als ich bin – wirklich -, aber das merkt dann bloß keiner. Die Leute merken nie was.“ Holden ist halt zeitlos als junger Mensch sehr klar und unterhaltsam: „Aber man weiß nie – bei der Mutter von jemand, meine ich. Mütter sind alle leicht gestört.“