Erschienen bei grafit
(Rezensionsexemplar, also Werbung)
Hellweg
Einst war der Hellweg, die wohl bekanntesten Handels- und Heerstraße durch Westfalen. Den Hellweg soll es schon vor über 5000 Jahren, in der Jungsteinzeit gegeben haben und Karl der Große ließ ihn wohl im Mittelalter ausbauen. Eine zumeist im Dunklen liegende, lange Geschichte verbindet also all diese Ortschaften. Und was haben wir heute davon: Zuerst einmal (vollkommen unromantisch, mit wenig Thrill oder Mystery) die A40. Aber, viel spannender für alle Bookies: Europas größtes internationales Krimifestival „Mord am Hellweg“! Vom 19.09. bis zum 14.11. wird es wieder das große Festival der Kulturregion Hellweg geben, in dem zahlreiche Städte gemeinsam die Bühne für Vorlesungen und anderen Aktionen mit über 100 Veranstaltungen und mehr als 200 Autoren geben. Wer mehr möchte oder wer vielleicht nicht dorthin kann, geht nicht leer aus. Für ihn und sie wurde der eindrucksvolle Band „Hellweg XII“ herausgegeben, in dem zahlreiche bekannte Autoren spannende, abstruse, witzige, humorvolle und zeitweise sehr düstere und dunkle Geschichten dieser Gegend erzählen. Wunderbare Geschichten von Mord und Todschlag für dunkle Herbstabende.
Hochkarätige Autoren
Und die kurzen, schnellen Krimis haben alle ihre Kulissen quer durchs Ruhrgebiet. Irgendwie passt das atmosphärisch immer sehr gut.
So trifft die schriftliche Gratulation zur Pension an den lang gedienten Polizisten ausgerechnet von dem Mörder, den er nie ermitteln konnte, ein. Das alles passierte rund um die Kurstadt Bad Sassendorf. Oder wir tauchen mit Ivar Leon Menger in die Partyszene und dunkle Geschichte Lünens ein. Chris Warnat erzählt – wie immer kunstvoll – die schaurige Geschichte eines Sonderlings aus Unna. Oder Peter Grandl berichtet in „Die Oboe von Lippstadt“ von einem Amoklauf an einem Gymnasium und seinem großen Schrecken. Diese und andere hochkarätige Autoren wurden hier versammelt. Eine Riege der topaktuellen Bestsellerlisten. Das alles macht das Werk zu einem vielfältigen und oft überraschenden Buch.
Kurzgeschichtenfan
Abschließend muss ich mich outen, aber wahrscheinlich hat man es schon gemerkt: Ich liebe gute Kurzgeschichten. Ich bin Fan von solchen literarischen Kurzformen, da mir doch oft so mancher Roman, so mancher Krimi oder Thriller, als viel zu lang geworden erscheint. Ich halte es für eine besondere Kunst, auf wenigen Seiten, durch wenige Sätze, eine dichte Atmosphäre aufzubauen, Spannung zu erzeugen und den Leser förmlich darüber hinweg gleiten zu lassen. Das Besondere an diesen Geschichten hier, ist dann auch ihr spezifischer, lokaler Bezug einer Stadt des Hellwegs. Ein ganz großer Krimigenuss.