Erdenkinder | Günter Neuwirth

Erschienen im Gmeiner Verlag (Rezensionsexemplar)

Im Kampfgebiet!

Kein außerreligiöser Glaubenskampf ist zurzeit wohl so unerbittlich, wie der Kampf in der Frage der zukünftigen Energieversorgung. Denn hier geht es nicht nur ums eigentliche Thema – nein, Geld, Einfluss, Macht und letztlich die Frage der menschlichen Existenz hier auf der Erde bringen die Kontrahenten zum Kochen, fördern Wut und Unverständnis bis hin zum Terror! Da stehen auf der einen Seiten die Kohlestromanhänger und auf der anderen Seite der ideologischen Front die ökologisch ausgerichteten Anhänger von alternativen Energien. Oft ist diese Frage dann die Entscheidung der Lifestyle-Ausrichtung des Einzelnen. Und genau in diese explosive Stimmung hinein setzt Günter Neuwirth seinen Kriminalroman „Erdenkinder“. Wer tötet warum? Aus Gründen der Weltanschauung – des Idealismus? Oder ganz trivial aus Neid und Habgier. Verdächtig sind beide Seiten! Und noch mehr!

Erdenkinder

Die in Jurten lebenden Erdenkinder sind keine Fridays for Future Kids – nein, sie sind eher die typischen Öks der 80er, die das Glück haben, dass der verwitwete Großbauer Josef Lehner in ihnen die Chance sieht, sein Leben noch einmal zu ändern. Krux: Sein Land grenzt in der ländlichen Idylle direkt am riesigen Kohlekraftwerk, das dem Dorf seine wunderbare Prosperität und Arbeitsplätze gegeben hat. So macht man sich auf einen Schlag zur unbeliebtesten Person der ganzen Gegend. Tja, und dann gibt es ja noch die Kraftwerksbetreiber, die die ganze Öko-Kommune als Stachel im Fleisch empfinden.

Und somit ist der erste Schritt des Buches schnell klar: Lehner als Mordopfer im Komposthaufen! Von nun an hetzen wir durch das Buch, da alle Personen verdächtig sind, Motive haben. Der Autor spielt ein herrliches Ping-Pong unserer Verdächtigen-Theorien mit uns. Denn über die Anführer der Öko-Kommune hinaus und der Dorfbevölkerung, gibt es noch die beiden erwachsenen Söhne des alten Herrn, denen wirtschaftlich das frühe Erbe sehr entgegen kommt.

Erdenkinder

Schön: Da gibt es noch eine Geschichte in der Geschichte!

Günter Neuwirth erzählt uns hier in sehr unterhaltsamer Form nicht nur einen Krimi. Nein, denn es gibt auch die Geschichte Robert Wiesers, ein „Rädchen“ im großen Betrieb des Energieversorgers, der schon lange mit seinem Leben als Otto-Normal hadert. Er „trifft“ im wahrsten Sinne auf die Erdenkinder und diese ganz andere Welt, dieses ganz andere Denken wirft ihn…tja? Aus der Bahn oder in ein neues besseres Leben! Wir leben und leiden mit ihm! Ist das eine Midlife-Krise? Wieser setzt sein ganzes bisheriges Leben aufs Spiel!

Es bleibt alles spannend – bis zum Schluss!

Thema Ökologie – Nachhaltigkeit ein gutes Ambiente für einen Krimi?

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