Die dunkle Spur des Blutes | Stuart MacBride

Erschienen beim Goldmann Verlag
Rezensionsexemplar

Thriller in Schottland 

Lese ich schottische Thriller und Krimis, so wächst in mir sofort das Gefühl von Ferien, Urlaub – gute Zeit, auch wenn die grausamsten Dinge geschehen. “Die dunkle Spur des Blutes” ist der zwölfte Fall für Inspector Logan McRae, doch für mich sein erster! Und trotzdem: Es war ein guter Einstieg. Zwar überrascht die Bandbreite einer feinen bis derben Sprache, oft schnörkellos, aber sie macht den Inspector in ihrer Direktheit sehr lebendig. Er ist halt sehr klar und voller Ironie und Sarkasmus: “Sobald die Medien davon Wind bekommen, wird es sein, als ob man ein verletztes Ferkel in eine Badewanne voller Piranhas schmeißt”. Das alles macht ihn zu einem wirklichen Schotten und oft auch einem kleiner Chauvi – eine gewisse politische Inkorrektness schwingt oft bei ihm mit.
Die Sprache und offenen sexuellen Anspielungen (und Direktheiten) im Allgemeinen erinnern dann auch mal an die Sprache eines Charles Bukowski. Damit rechnet man bei einem Krimi erst einmal nicht. 


An zwei Fronten gleichzeitig!


Inspector Logan McRae muss an zwei Fronten gleichzeitig arbeiten. Als interner Ermittler hat er zu überprüfen, ob sein Kollege einer militanten Gruppe angehört, die die Unabhängigkeit Schottlands von England fordert. Gleichzeitig leitet dieser Kollege den Fall des Verschwindens eines Professors, der solche Menschen als „hirnlos“ bezeichnete. Der öffentliche Druck ist groß, denn die Presse berichtet in spektakulärer Form über seinen Kollegen. Erfolge müssen her! Somit muss er den Fall übernehmen, der dann eine sehr prompte und drastische Wendung erfährt. Jemand sendet der Polizei etwas Schreckliches zu!

Der Autor

Der schottische Autor Stuart MacBride präsentiert einen zeitweise tief schwarzen Thriller, der plötzliche Wendungen in sich hat – an Grenzen geht – vielleicht für manche auch darüber hinaus. Auch wenn es der zwölfte Band ist, ist man schnell “drin” – versteht die Personen, die Handlung. Vorwissen ist nicht nötig! Mitfiebern wird einem leicht gemacht und nimmt den Leser mit auf diese finstere Jagd. 

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