Detektiv Kranich | Arno Alexander

Erschienen im Jaron-Verlag

Rezensionsexemplar

Willkommen beim Original!

Die 20er/30er Jahre des letzten Jahrhunderts in Deutschland sind seit Jahrzehnten bei Krimis absolut „in“!

Nicht erst durch die Verfilmung als „Babylon Berlin“ von Volker Kutscher und seinem „Gereon Rath“ – sondern zuvor auch z.B. in den erfolgreichen Krimis von Uwe Klausner und „Kommissar Sydow“ oder bei Philipp Kerr mit „Bernie Gunther“. Das Erfolgsrezept erscheint auch klar: Denn neben dem Verbrechen sind es Zeiten der politischen Instabilität bis zum diktatorischen System gewesen, die jedem Krimi die Möglichkeit der besonderen Dynamik und Wandlung geben. Besondere Zeiten – für besondere Typen und Geschichten. Aber empfanden die Menschen dort es auch so?

Wer dies wissen möchte, sollte die originalen und somit geistigen Vorlagen zu diesem Büchern lesen! Der Jaron Verlag lässt eines dieser Originale mit Arno Alexanders „Detektiv Kranich“ im Rahmen seiner Berliner Bibliothek neu erleben und aufleben. Eine interessante und spannende Lektüre auf vielen Ebenen! Einmal Fahrstuhl in die Geschichte bitte! Etage 1932!

Ein Krimi im historischen Gewand, ohne ein historischer Krimi zu sein

Neben dem, dass bis heute die Handlung des 1932 erstmals erschienen Krimis den Leser gut mitnimmt, lernen wir ungefiltert die Gesellschaft der damaligen Zeit kennen. Verhalten, Denken und Handeln zwischen den Personen in der damaligen Gesellschaft – wie auch ihre Sprache oder gesellschaftlichen Ressentiments – lernen wir kennen. Hier musste niemand endlos recherchieren, wie es denn wahrscheinlich war – nein, wir springen in eine Zeitreise, die Spaß macht. Wir sind bei den Menschen jener Zeit, an Orten Berlins, die das Heute noch nicht kannten.

Detektiv Kranich

Das Erzählen im Buch

Natürlich hat sich das Erzählen im Laufe von fast 100 Jahren geändert, aber die Geschichte wird so sprachlich dargeboten, dass wir nicht das Gefühl haben, es mit einer historischen Quelle, sondern mit einem relativ modernen Krimi zu tun zu haben. Natürlich sind die handelnden Personen oft sehr klischeehaft, da dies zu dieser Zeit noch nicht die Abgenutztheit hatte, wie wir es heute schnell empfinden. Die Personen wirken frischer, authentischer als in vielen Romanen, die versuchen diese Zeit erneut zu erwecken.

Somit macht es Spaß in die Zeit Deutschlands vor dem 2. Weltkrieg zu reisen – vieles erscheint naiver, die Gesellschaft sehr klar strukturiert und oft autoritär organisiert (mit Menschen mit Titeln und Rängen). Aber Detektiv Kranich ist kein Duckmäuser, sondern ein symphytischer, selbstbewusster, intelligenter junger Mann. Trotz des Alters dieser Geschichte haben wir auch nicht das Gefühl, dass sie 1000-mal neu erzählt wurde – sie ist schon in ihrer Art individuell.

Wer Spaß hat an Krimis – wer Spaß hat an Geschichte und Zeitreisen – der ist hier genau richtig!

Sind historische Romane und Krimis dein Ding?

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