Auf den Spuren der Indoeuropäer | Harald Haarmann

Erschienen im C.H.Beck-Verlag

Wie entstand unsere Sprache?
Wer waren die Menschen, die sie kreierten? 
Und wo geschah dies?

Ich rate dieses fabelhafte wissenschaftliche Buch des Abends vor dem Schlafen zu lesen, denn es verlockt einfach zur Zeitreise – trägt uns weg – zu dem, was wir unsere Vorfahren nennen. Wir wissen wenig Konkretes von ihrem Leben. Wissen nichts über einzelne Personen, aber sie gaben uns unsere Sprache – ein zentrales Element unseres gemeinschaftlichen Lebens. Und an dieser Geschichte der Sprache wird deutlich, wie eng verwoben die Geschichte der Völker ist, die eine sogenannte Indoeuropäische Sprache sprechen. Sprachen mögen uns trennen, wenn wir uns nicht verstehen – die Geschichte unserer Sprache bringt uns aber enger zusammen als viele Menschen wissen!

Der Autor


Harald Haarmann ist ein absoluter Fachmann seines Gebiets und schafft es, uns sein umfangreiches Fachwissen – rund um den Ursprung unserer Sprache – sehr klar zu vermitteln! Dies ist auch ein Buch, für Menschen, die sich zum ersten Mal mit den Erkenntnissen rund um die Geschichte der Sprache auseinandersetzen. Es macht einfach Spaß Haarmanns Wissen zu folgen und wir dringen ein in eine Zeit, die uns nicht durch Schriftlichkeit näherkommt – die wir daher als weit entfernt und fremd empfinden.
In fast keinem anderen Bereich der Geschichtsschreibung ist wohl durch die Öffnung der ehemaligen sowjetischen Staaten, durch die Weiterentwicklung von Archäo – und Paläogenetik und interdisziplinären Zusammenarbeit, so viel neues Wissen erlangt worden, als im faszinierenden Neolithikum. Und da geht es hin! Da startet es!

Haarmann Indoeuropäer

Eine große Reise in Zeit und Raum

Haarmann nimmt uns mit in die Urheimat unserer Vorfahren, die uns unsere Sprache brachten. Es geht in die russische Steppe, zu Nomadenvölkern, die nicht nur ihre Tiere von A nach B brachten, sondern als besondere Kultur ihr Sprache im Gepäck hatten. Sie kamen nicht unbedingt als Eroberer – nein, durch Handel und weitreichende ökonomische Beziehungen, wird sich die Sprache viel mehr „verteilt“ haben – nahmen Menschen teil daran. Und das alles regt unsere Fantasie an, lässt Gedanken schweifen, wie viel wir wohl von unserer Sprache in dem, was die Indoeuropäer sprachen, wiedererkannt hätten. Es wird klar – in dieser Urform sehr wenig. Zumeist Ansätze der Begriffe des nomadischen Alltags.

Es geht weiter! Es geht um uns!

Aber Haarmann geht nicht nur den weiten Weg mit uns in die Zeit vor der Schrift, sondern erklärt und führt uns auch durch den vielfältigen Wandel der Sprache hin zu den Sprachen, die uns bekannt sind (natürlich auch den Einfluss des von Bildungsbürgern geliebten ausgestorbenen Lateins).

Wie schon betont, macht das Buch auf herrliche Art deutlich, was so viele Menschen vereint, was im Alltäglichen oft als so trennend empfunden wird: Die Sprache! Ein gemeinsames Gut und Erbe! Es gilt dies nur zu erkennen.

Dies war nicht mein erstes Buch von Harald Haarmann und bei Weitem wird es nicht das letzte Buch von ihm sein, was ich lesen werde! Haarmann erweitert meinen täglichen Blick auf das menschliche Leben!

Und? Ist das ein neues Thema für dich? Hast du andere Literaturtipps dazu?

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