1984 | George Orwell

Erschienen im Ullstein-Verlag

1984 – nennen wir das Buch doch einfach: Die Mutter aller Dystopien! Ich fände es klasse und auf den Punkt gebracht! Und jetzt bitte nicht den Satz: „Habe ich in der Schule gelesen“ und dann quasi abgehakt. 1984 zeigt uns heute, dass einstige Dystopien sehr real werden können. Nein, es geht hier jetzt nicht darum, dass wir angeblich in einer Diktatur leben, so wie manch ungebildete Coronaleugner, Reichsbürger und sonstige Bildungsverweigerer uns deutlich machen wollen. Nein, 1984 zeigt, dass die Überwachung möglich ist – Ziel und Grundlage aller politisch autoritären Systeme ist! Hier im Werk vielleicht noch in naiver Vorstellung und Umsetzung, aber in China, Russland und anderen autoritären Staaten in ausgeklügelter Technik des 21. Jahrhundert heute real. Überwachung, Kontrolle bis hin zur Strafe beim Versuch dies zu umgehen sind brutale Realität in (scheinbar immer mehr) Teilen der Welt. 

Und klar ist: Die Waffe gegen diese Systeme heißt Schreiben und Geschichte/Realität festhalten. Was für eine weise Botschaft gibt Orwell uns hier mit!

Damit ist er – damit ist dieses Buch – immer aktuell in allen Ländern, in denen die Demokratie gefährdet ist! Lest Orwell dort! Tragt das Buch dorthin!

Für alle, die sich interessiert am Lesen von guten Büchern zeigen ist Orwells 1984 ein Muss. Ein Klassiker unter den ersten 10 Büchern, die man gelesen haben muss! Ich denke, dass man moderne Dystopien (wie natürlich der gehypte „Der Report der Magd“ von der fabelhaften Margret Atwood ) ohne den Inhalt, die Darstellung und Aussagen Orwells gar nicht richtig verstehen kann. 

Sprachreinigung?

Auch wird deutlich, wie gefährlich es ist, wenn Sprache von oben geregelt wird, Sprache von oben gereinigt werden soll! So manch einem wird sich bei der Lektüre der Magen verdrehen, schlecht werden, wenn er Orwell liest und gleichzeitig die aggressiv geführte und politisch überfrachtete Diskussion rund um unsere Sprache sieht. Wir brauchen bestimmt oft Aufklärung über Missverhältnisse, Ungerechtigkeiten wie Diskriminierung und ähnliches, aber die Gefahren eines gesellschaftlich erzwungenen „Neusprech“ (im englischen Original „Newspeak“) sollten wir deutlich vor Augen haben. Die Veränderung von Sprache aus ideologischen Gründen, darf nicht (auch, wenn es noch so gut gemeint ist) dazu führen, dass der Sprache ihre Freiheit, ihre Geschichte und Ausdrucksmöglichkeiten genommen wird.

Ich freue mich über Meinungen zum Buch und zu diesen Themen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben