In diesem besonderen Jahr hat uns wohl kein Autor mehr begleitet als der große Thomas Mann. Sei es durch sein umfangreiches, beeindruckendes Werk, das vielfach neu verlegt wurde oder sei es in den vielen Kontroversen, Vorträgen und Diskussionen, die von selbsternannten bis anerkannten Literaturexperten über ihn geführt wurden. Mich hat vor allem intensiv sein Werk begleitet. Einiges kannte ich, einiges war voller neuer Erfahrungen und natürlich stellte sich immer die Frage nach der Person dahinter. Wer war der Mensch Thomas Mann?
So war die Lektüre der Biografie „Thomas Mann – Ein Leben“ von Tilmann Lahme in den letzten Wochen für mich ein großes Finale des Jahres 2025 – des 150. Geburtsjahrs. Und es war gut, sich dieses wohldurchdachte und mit Feingefühl verfasste Werk als Finale aufzubewahren. Keine, der vielen kleinen und großen Biografien, die ich – begleitend zu den Werken Thomas Manns – in diesem Jahr gelesen habe, hat es geschafft, den manchmal unpersönlich und distanziert wirkenden Menschen, so viel näher zu bringen als diese Biografie, so dass ich heute, allen Literaturinteressierten, dieses Buch deutlich empfehlen kann. Unterhaltsam und informativ präsentiert Lahme hier eine Lebensgeschichte, garniert mit Quellen, Bildern und Geschichten von Freundschaften und Familie – eine Geschichte von Geheimhaltungen, von einer öffentlichen Person, eines Familienvaters, eines Menschen, der litt und vor allem die Geschichte eines Künstlers. All dies gibt uns Zugang zum Menschen Thomas Mann – hilft ihn besser zu verstehen, noch mehr zu schätzen, um ihm weiter zu folgen.