Mit seinem zweiten Band seiner Romanbiografie über Julius Cäsar „Rom sei verflucht“, hat der spanische Professor Santiago Posteguillo, ein sehr beeindruckendes Werk verfasst. Und für alle, die direkt fragen: Ja, man kann diesen (in Qualität und Quantität) umfangreichen Roman (von über 800 Seiten) auch dann lesen, wenn man nicht den ersten Band gelesen hat, da der Autor uns einen geschickten Rück- und Überblick auf den ersten Seiten über die Grundzüge des ersten Bands bietet. Posteguillos Werk wirkt – trotz seiner so großen Verschiedenheit – inhaltlich, wie ein Gegenpol zur großen Cicero-Trilogie von Robert Harris, denn wir sehen nun mehr durch die Brille des großen Cicero Rivalen: Julius Gaius Cäsar. Aber natürlich sind aufgrund der Charaktere und der Lebensgeschichten die Schwerpunkte der Romane sehr verschieden (erst recht der Erzählstil). Während bei Cicero die Politik, das strategischen Vorgehen im Senat und bei Gericht im Mittelpunkt stand, geht es in Cäsars Leben natürlich um seine militärische Laufbahn, das Ringen mit anderen militärischen und politischen Führern, aber vor allem um den Aufstieg zum mächtigsten und vielleicht charismatischen Politiker Roms. Sein Name wird nach ihm für tausende von Jahren für eine solche politische Macht stehen, sei es als Begriff Cäsar, Kaiser oder Zar. Und Santiago Posteguillo schafft es uns diesen Menschen, dieses Phänomen, sehr menschlich nahezubringen.