Eine kurze Geschichte der RAF | Sven Felix Kellerhoff

Eine kurze Geschichte der RAF | Sven Felix Kellerhoff

Erschienen bei Klett-Cotta

Noch ein Buch über die RAF?

Muss das sein? Ist nicht eigentlich schon mit dem großen Werk von Stefan Aust – das immer mal wieder upgedatet neu erscheint – alles gesagt?

Antworten: Neues Buch? JA! Mit Stefan Aust alles gesagt? Bei weitem nicht!

Sven Felix Kellerhoff hat hier ein Werk geschaffen, das in knapp 200 Seiten einen sehr guten und aktuellen Überblick über die Taten der rücksichtlosen Terroristen der selbsternannten „Stadtguerilla“ zeigt. Und im Gegensatz zum austschen Werk arbeitet hier ein Autor die Dinge sehr wertneutral ab und auf! Ein Blick, fern ab irgendwelcher linksromantischer Rebellendarstellungen – hin zu einem realistischen Blick auf diese pure mörderische Vereinigung, die geprägt war, durch einen scheinheiligen, intellektuellen Anstrich. 

Lässt 68er Romantik hinter sich!

Die bundesdeutsche Geschichtsschreibung brauchte eine solche Kurzdarstellung, die so sehr deutlich macht, dass es hier nie um das Erreichen irgendwelcher Utopien ging, sondern immer nur um das Machtstreben und das Streben nach Aufmerksamkeit dieser Terroristen. Das Buch räumt damit auf, dass Menschen, wie Baader oder Ensslin irgendwelche Ideale trieben. Es zeigt deutlich, dass hier Kriminelle am Werk waren, die über die Leichen vieler Zufallsopfer hinweg gingen – ja, nur ihre Egos, persönlichen Defizite, ihrem primitiven Hass und Frust auslebten.

Empfehlung für …!

Ich empfehle dieses Buch vor allem für Menschen, die bisher noch wenig Kenntnis dieser Zeit und Geschichte haben – also wahrscheinlich jüngere Leser, die das alles nur vom Hörensagen kennen und maximal den Kinofilm zum „Baader-Meinhof-Komplex“ gesehen habe. Es entmystifiziert die RAF, in dem es die brutalen Fakten zusammenfasst. Keine Robin Hoods oder coolen Bonnies und Clydes – nur geldgeile Verbrecher und rücksichtslose Mörder!

Ein Buch, das sehr sachlich diese Geschichte der Bundesrepublik Deutschland darstellt. Es zeigt auch, wie bereit und schnell einige „Aussteiger aus dem Untergrund“ ihr angeblich idealistisches Streben gegen ein Bidermann-Leben als IM im Unrechtsstaat der DDR eintauschten. Staatlich angepasst als Prototyp des Mitläufers in einer Diktatur – fern ab aller Ideale der Freiheit!

Anmerkungen? Oder: Welche Bücher empfehlt ihr zu Thema?

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