Die Toten Mädchen vom Monte Argento | Emanuela Valentini

Erschienen beim Heyne-Verlag
Rezensionsexemplar

Spannend! Spannend! Spannend!

Ein neuer Krimi hat mich gefesselt! Und das sehr schnell – nach einigen Seiten und so auch bis zur letzten Seite! Zur Story: Sara kommt als Erwachsene zurück an den Ort ihrer Kindheit, genauer: Ihrer Sommerferien. Doch alles ist nun für sie schlecht besetzt – kein Gefühl der Geborgenheit, der schönen Erinnerungen, denn über dem Anlass der ungewollten Rückkehr liegt ein Schatten des Schecken, der Angst und der Ungewissheit. Claudia wird beerdigt – Claudia die einst verschwand und deren Kinderschädel nun bei Bauarbeiten gefunden wurde. 

“Verbergen, Verschweigen, Verdrängen” prägt die Grundstimmung in Borgo Cardo. Sara verlässt den Ort bereits wieder am selben Tag – aber all das lässt sie nicht los: Die Tote, die zerbrochenen Menschen, die gekünstelten Menschen. Was ist passiert damals und was machte es aus den Kindern, mit denen sie aufwuchs?
Doch dann schlägt der Schrecken in der Jetzt-Zeit wieder zu! Ein Kind verschwindet! Alles scheint sich zu wiederholen! Oder dauert das Schreckliche einfach nur an in diesem kleinen Ort oben in den Bergen?

Beeindruckende Autorin

Emanuela Valentini besitzt die große Gabe, den Leser in wenigen Zeilen und Seiten in eine mysteriöse Atmosphäre von dunkler Vergangenheit, ungelösten Vorkommnissen der Kindheit und in die morbide, geschichtsträchtige, dunkle Landschaft des ländlichen Apennins zu katapultieren. Es ist bedrückend, denn unausgesprochene Geheimnisse scheinen in der Luft zu liegen. Die Autorin reißt uns also von Beginn an mit und präsentiert einen Krimi, der mit dem schlimmsten spielt, was wir Menschen uns vorstellen können: Wenn unschuldige Kinder Opfer werden. Einmal angefangen, können wir nicht loslassen – gleiten von Seite zu Seite.  Sprachlich geschickt nehmen wir teil an Saras Suche nach der Wahrheit, nach dem Geheimnis und wie sie sich den Dämonen ihrer Vergangenheit stellt.

Wenn Kinder verschwinden!

Die junge Italienerin Emanuela Valentini zeigt hier die Klasse als Krimiautorin, die man sonst in der Riege bei Tana French in Irland oder Jean-Christoph Grangé in Frankreich sieht. Das Motiv der verschwundenen Kinder mag man des Öfteren schon in Krimis erlebt haben, aber hier schafft die Autorin dies sehr plastisch und real zu präsentieren, so dass man sich dem nicht entziehen kann. Lange gibt es viele Möglichkeiten, so dass – im Gegensatz zu manchem anderen Krimi, der dies beinhaltet – wir mit vielem rechnen müssen, auf Vieles gefasst sein müssen! Das macht den guten Krimi aus! Daher fiebern wir mit, hoffen wir mit! Daher ist dies eine klare Krimiempfehlung für dunkle, kalte Wintertage und Winternächte!

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