„Trotzdem Zuhause“. Es ist eine positive Motivation, die hinter dem „Trotz“ steckt, den Tupoka (die Betonung liegt auf der 2. Silbe) Ogette uns erklärt. Die Motivation, dass man zu einer Gesellschaft gehört, weil man dort aufgewachsen ist, Teil einer Gesellschaft ist, dort lebt und seine Familie dort haben möchte, gesehen und akzeptiert werden möchte und vieles mehr. Dann ist es bewunderungswürdig, wenn man den Widerständen „trotzt“. Und das ist anstrengend. Das wurde mir sehr bewusst im Laufe der beeindruckenden Lektüre dieses Buches. Es ist anstrengend und bedeutet immer wieder die Kraft zu finden.
In Schlaglichtern wird uns ein Leben vorgestellt, in dem die Hautfarbe immer eine Rolle spielte. Es ist befremdlich und bedrückend. Bedrückend ist der tägliche Rassismus. Der permanent ist und immer plötzlich in irgendeiner Form übergriffig werden kann. Bedrückend ist die eingeschränkte Freiheit zu Beginn dieses Lebens in der DDR. Eines von beiden würde das Leben schon schwer machen, sich zu entfalten. Aber beides zusammen quadriert sich in seiner Unfreiheit. So ist es gut, dass ihre Mutter mit ihr kurz vor der Wende nach Westberlin zieht.
Tupoka Ogettes Darstellung ihres Lebens, ihres Weges ist aber (und das gilt es zu würdigen) nicht eine Aneinanderreihung von Frustrationen, sondern eines Kindes, Teenagers, einer jungen Erwachsenen, die zumeist ein ganz normales Leben möchte. Sei es beim Kinderspiel, als „Backstreet Boys“-Fan oder als Erwachsene.