Ich bin mir mehr als sicher, dass wir alle um den psychologischen Einfluss unserer Lektüren bezüglich der Sicht auf unser Leben wissen. Lesen erweitert den Fokus auf unser Leben, auf das menschliche Leben überhaupt – unsere Meinungen, unsere Empfindungen, es testet unsere Werte und Normen, ist voller Träume, Wünsche, Gefühle, Lehren und Wissen. Lesen ist bei weitem nicht nur ein kognitiver Prozess. Und es ist somit eine wunderbare Erkenntnis, dass wir uns mit der Wahl unserer Lektüre, gezielt und bewusst Gutes tun können.
Stefan Bollmann ist diesen Weg in seinem Werk „Die literarische Hausapotheke“ konkret gegangen und seine Umsetzung ist beeindruckend.
Seine Erkenntnis ist, dass wir Literatur nutzen, um weiterzuleben. „Um das Leben zu ertragen. Und wer das seltsam findet, dem mag gesagt sein, dass die heilende Wirkung von Literatur mittlerweile auch erforscht und nachgewiesen wurde.“ Eine Erkenntnis, der sich wohl jeder Bücherfreund/ jede Bücherfreundin anschließen kann. Aber dieses Buch ist nicht nur eine wunderbare Fundgrube von Geschichten und Erzählungen für schon eingefleischte Bookies. Nein, es ist auch voller guter Hinweise für die Menschen, die bisher nur bedingt oder gar nicht den Weg zum wohltuenden Bücherlesen gefunden haben. Auch sie werden garantiert sich – oder etwas für sich – in dieser literarischen Hausapotheke finden.