Als das Böse kam | Ivar Leon Menger

dtv Verlag, Rezensionsexemplar

Eine bizarre Welt?

Es ist eine fremde, bizarr- verstörende Welt, in die uns der Autor Ivar Leon Menger führt:

Die 16jährige Juno lebt mit ihrer Familie auf einer Insel im See. Der Vater darf einmal im Monat zum Dorf der Wächter fahren. Die Familie lebt in Gefahr von den Fremdlingen gefunden zu werden.

Wo sind wir?

In einem Endzeitszenario? In einer Dystopie? Oder stimmen die Angaben alle nicht?

Juno macht einen Fehler, verstößt gegen eine der sieben Regeln, die die Eltern für ihr Leben in der Abgeschiedenheit aufgestellt haben. Und sie entfacht damit eine Dynamik und Dramatik, mit der der Leser zu Beginn nicht rechnen konnte. Aber so viel sei verraten: Es wird spannend bleiben bis zum Zeitpunkt, an dem wir die letzten Zeilen lesen!

Wir sind unwissend und spüren die Gefahr! 

Wir Leser sind über die Umstände hier so unwissend und neugierig wie Juno, stellen innerlich Vermutungen und Hypothesen auf, was denn nun hinter dem bizarren Szenario steckt. Wir fragen uns, was und wer uns Aufklärung geben könnte, während die Geschichte achterbahnmäßig in einer scheinbar immer steiler werdenden Spirale an Spannung höher und höher fährt. Und der Autor spielt auf herrliche Art und Weise darüber noch mit uns: Denn natürlich wissen wir doch weitaus mehr über die reale Welt da draußen als die naive Teenagerin, die bisher nur die Welt ihrer Insel kennengelernt hat. Wir erahnen mögliche drohende Gefahren. Wir befürchten und würde Juno am liebsten zurufen, von Dingen abzulassen oder sie anders zu bewerten. 

Als Das Böse kam Ivar Leon Menger

Ein furioser Aufschlag!

Man kann nicht glauben, dass dies der Debütthriller Mengers ist, denn so gezielt geht er in eine Art Interaktion mit uns Lesern – lässt uns mit der Hauptperson hoffen und bangen. Er treibt uns weiter – facht unsere Neugier an: Wir wollen immer weiterwissen, was hinter der Geschichte von Juno steckt. Was ist hier Lüge? Was ist hier Wahrheit?

Auch wenn die Hauptperson ein Teenager ist, ist die Handlung kein Teenie-Roman. Wir bekommen einen sehr modern geschriebenen und organisierten Thriller, der endlich einmal diese Bezeichnung wirklich verdient hat.

Ein schnelles Buch – es gleitet dahin – lässt uns nicht zur Ruhe kommen. Man kann dieses Buch schwer zur Seite legen und ich gehe davon aus, dass ich meinen Leserekord in Geschwindigkeit zur Bewältigung eines Thrillers unterschritten habe. 

Ja, ich muss deutlich meine Begeisterung hier äußern! Und ich gebe zu, dass ich jetzt schon, mit Sehnsucht auf das nächste Werk dieses Autors warte. Der Aufschlag war ein Ass!

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